Warum Hotels Trockendampf benutzen und auf Reinigungschemie verzichten

Es gibt Entscheidungen, die ein Hotelier trifft, und es gibt Entscheidungen, die ihn noch im Schlaf besuchen. Eine davon ist die Wahl der Reinigungsmittel – ein Thema, das jahrzehntelang so unauffällig wie ein Lappen im Putzwagen wirkte. Bis es das nicht mehr tat.
Irgendwo im Keller eines durchschnittlichen Hotels lagern Dutzende Kanister. Ihre Etiketten leuchten in Warnfarben, ihre Sicherheitsdatenblätter füllen Ordner. Laut Umweltbundesamt stecken in herkömmlichen Reinigungsmitteln bis zu 200 chemische Verbindungen – Duftstoffe, Tenside, Konservierungsmittel. Die Reinigungskräfte, die täglich damit hantieren, tragen das gesundheitliche Risiko ganz ohne Aktionärsschutz: Studien belegen erhöhte Atemwegs- und Allergiebelastungen bei Housekeeping-Personal, verursacht durch Sprühreiniger, Bleichmittel und Allergene. Jeder Krankenstand kostet. Jede Haftungsfrage kostet mehr.
Dann kam der Dampf.
Was wie ein Science-Fiction-Konzept klingt, ist in Wahrheit das älteste Desinfektionsmittel der Welt: Wasser, erhitzt bis an seine thermodynamische Grenze. Bei 170 Grad Celsius und 9 Bar Druck wird es zu Microtrockendampf – einem Gas, das keine Oberflächenspannung mehr kennt, das in Textilporen, Fugen, Polster und Heizungslamellen eindringt wie ein unsichtbarer Inspektor. Akkreditierte Labore bestätigen: Diese Methode erreicht Keimreduktionen von bis zu 99,999% – Logstufe 5 und darüber. Ohne ein Gramm Chemie. Mit gerade einmal 1,5 Litern Wasser pro Zimmer statt der sonst üblichen 50 bis 60 Liter.
Hotels wie das Seehotel Wiesler im Schwarzwald oder das Schlosshotel Blankenburg im Harz haben umgestellt und berichten von einer Reinheit, die auch sensible Gäste spüren: keine Chemierückstände auf dem Laken, kein Desinfektionsgeruch in der Lobby, keine Ausreden mehr gegenüber allergiegeplagten Stammgästen.
Doch das eigentliche Argument sitzt in der Schublade des Vertriebsleiters.
Nachhaltigkeit ist kein Goodwill mehr – sie ist Buchungskriterium. GreenSign Hotel, EU Ecolabel und Green Key verlangen überprüfbare, belastbare Nachweise für umweltschonenden Betrieb. Die Stiftung Warentest hat 2025 sechs Hotelsiegel analysiert: Nur drei – darunter GreenSign – bestanden mit klaren, vor Ort kontrollierten Vorgaben. Wer chemiefreie Reinigung dokumentiert, erfüllt zentrale Kriterien dieser Zertifikate und sendet ein Signal, das immer mehr Buchungsportale, Firmenkunden und Reiseveranstalter verlangen.
Die Welt verändert sich. Die Kanister im Keller bleiben – oder sie verschwinden. Beides ist eine Entscheidung.
Die Wahl der richtigen Reinigungsmittel in Hotels ist eine Investition in Gästezufriedenheit, positive Bewertungen und langfristigen wirtschaftlichen Erfolg. Hantermann – Der Hotelausstatter begleitet Sie mit umfassender Expertise auf diesem Weg. Ob Sie ein einzelnes Boutique-Hotel ausstatten oder nach einem Hygienekonzept für eine ganze Hotelkette oder eine Pflegeeinrichtung suchen – profitieren Sie von der Erfahrung eines der bekanntesten Partner der Branche.
Ein sehr guter Beitrag, der ein Thema anspricht, das in vielen Hotels lange unterschätzt wurde.
Aus meiner Erfahrung in der Zusammenarbeit mit über 250 Hotels sehe ich immer wieder das gleiche Bild: Im Keller stehen ganze Regale voller Kanister, während das Housekeeping gleichzeitig unter Zeitdruck arbeitet und mit immer komplexeren Reinigungsplänen umgehen muss.
Ein Punkt, der dabei häufig übersehen wird, sind die Aerosole. Sprühreiniger verteilen feinste Partikel in der Luft, die das Team während der gesamten Schicht einatmet. Gerade in Badezimmern oder kleinen Hotelzimmern entsteht so eine dauerhafte Belastung für die Atemwege.
Trockendampf ist deshalb für viele Betriebe nicht nur eine ökologische Entscheidung, sondern vor allem eine organisatorische. Wenn ein System ohne Chemie arbeitet und gleichzeitig Badezimmer, Fugen, Textilien oder Polster reinigen kann, vereinfacht das die Abläufe im Alltag enorm.
Spannend ist auch der Effekt auf das Personal. Viele Housekeeping Teams berichten, dass sie deutlich lieber mit Dampfsystemen arbeiten, weil Gerüche, Aerosole und Hautbelastungen durch Chemie wegfallen.
Nachhaltigkeit wird im Hotelbetrieb oft als Marketingthema gesehen. In der Praxis ist es aber häufig ein Effizienzthema: weniger Chemie, weniger Wasser, weniger Lagerhaltung und einfachere Prozesse.
Ich bin überzeugt, dass wir hier erst am Anfang einer Entwicklung stehen.