Multispring-Federkernmatratze (183 Federn/m²) – Fachliche Analyse
Kerncharakteristik: Ein „Hybrid-Bonell“ mit hochoptimierter Federdichte
Die Multispring-Federkernmatratze mit 183 Federn pro Quadratmeter ist ein innovatives Konzept, das die klassische Bonnell-Federungstechnologie durch extrem hohe Stahlfederanzahl und verbesserte Konstruktion aufwertet. Obwohl konstruktiv noch ein verdrahteter Bonnell-Federkern, unterscheidet sich diese Matratze fundamental von konventionellen Bonnell-Modellen.
Technische Basis:
- Federtyp: 5-Gang-Multispring (fünfwindige Sprungfedern mit optimierter Geometrie)
- Drahtstärke: 2,0 mm doppelt vergüteter Edelstahl
- Federanzahl: 183 Federn/m² – das ist etwa 70% höher als Standard-Bonnell-Federkerne (typisch: 108 Federn/m²)
- Verbindungssystem: Federn sind durch Drähte miteinander verbunden (klassische Bonnell-Bauweise)
Warum 183 Federn/m² die Leistung fundamental verändert
Die klassische Bonnell-Charakteristik ist Flächenelastizität – der Druck verteilt sich großflächig, was zu weicher, schwingender Federung führt. Bei einer derart hohen Federdichte wird diese Eigenschaft jedoch dramatisch verändert:
1. Quasi-Punktelastische Reaktion
Bei 183 Federn/m² sind die Abstände zwischen benachbarten Federn so minimal, dass die Federung lokal begrenzt bleibt. Während eine Standard-Bonnell-Federkernmatratze (108 Federn/m²) bei Belastung in einem großen Umkreis nachgibt, werden bei 183 Federn/m² primär die direkt belasteten Federn zusammengedrückt. Umliegende Federn bleiben quasi in Neutralposition – eine Annäherung an echte Punktelastizität, die typischerweise Taschenfederkernmatratze charakterisiert.
2. Reduzierte Flächenabsenkung
Die hohe Federanzahl führt zu einer gleichmäßigeren Lastverteilung ohne großflächiges Durchsacken. Der Körper erhält eine präzisere, lokalisierte Stützung statt des typischen Bonnell-„Schaukeleffekts“.
3. Verbesserter Feuchtigkeitstransport
Mehr Federn bedeuten mehr Luftzirkulation durch die Federstruktur – ein Vorteil gegenüber dichteren Schaumaufbauten, vergleichbar mit Taschenfederkern.
Der Vergleich zur echten Taschenfederkernmatratze
| Aspekt | Multispring (183 Fd/m²) | Echter Taschenfederkern (ab 208 Fd/m²) |
| Federung | Flächenelastisch (verdrahtet), aber durch hohe Dichte quasi-punktelastisch | Punktelastisch (einzelne Federn in Stofftaschen) |
| Körperunterstützung | Präzise lokal, reduziertes globales Einsinken | Maximal präzise, Federn reagieren völlig unabhängig |
| Liegegefühl | Leicht federnder als Taschenfederkern, aber deutlich fester als Standard-Bonnell | Stabil, nicht federnd – straffe Unterstützung |
| Haltbarkeit | Sehr gut; 30% bessere Haltbarkeit als Standard-Bonnell durch verstärkte Kanten | Ausgezeichnet; längere Lebensdauer durch Stofftaschenisolation |
| Feuchtigkeitsmanagement | Hervorragend; direkte Luftzirkulation | Sehr gut, aber durch Taschenstruktur etwas gebremst |
| Kosten | Moderat – günstig als echter Taschenfederkern | Premium – 20–40% teurer |
| Ideal für | Hotel-Standardgästebetten, 4-Stern-Niveau mit guten Budgets | Hotels ab 4-Stern, Executive-Zimmer, hohe Ansprüche |
Warum es funktioniert: Die Ingenieurslogik
Die Multispring-Technologie nutzt das Dichte-Prinzip: Theoretisch ist die Federung immer noch flächenelastisch (verdrahtet), aber die Wirkungsbereiche einzelner Federn überlappen minimal. Jede Feder beeinflusst nur ihre unmittelbaren Nachbarn, nicht die ganze Matratze. Dies schafft funktional eine Annäherung an Taschenfederkern-Leistung, ohne die mechanische Komplexität und höheren Kosten der Taschentechnik zu benötigen.
Hoteliers nutzen diese Matratzen gezielt, weil sie beim Gast das Erlebnis einer Premium-Federkernmatratze erzeugen, ohne die volle Investition für echte Taschenfederkerne zu tätigen.
Fachliches Fazit
Die Multispring-Federkernmatratze mit 183 Federn/m² ist nicht ein echter Taschenfederkern – sie bleibt konstruktiv ein Bonnell-System. Aber: Durch die Optimierung der Federdichte überwindet sie praktisch die klassischen Bonnell-Schwächen und erreicht 80–90% der ergonomischen Leistung eines echten Taschenfederkerns bei deutlich besserer Kostenkontrolle. Für Hotellerie im gehobenen 4-Stern-Standard ist sie eine intelligent gesetzte Komfortwahl im mittleren Preissegment.